„I`m lying on my back now….“, trällert es lässig aus den Lautsprecherboxen, die seit vierzehn Jahren an der ursprünglichen Stelle an der Wand befestigt sind. Die selben Lautsprecher, an der selben Stelle.

Ich liege still und unmotiviert, aber doch angespannt und hochkonzentriert auf der heimeligen Couch, „she looked good in ribbons….“, schallt es weiter. Ich betrachte die Wanduhr in der Küche, die ich von der aktuellen Liegeposition aus, sehr gut erkennen kann; zuerst den Stunden- danach den Minuten- und zuguterletzt den Sekundenzeiger. Da habe ich doch noch jede Menge Zeit für mich, um mich endlich wieder einmal kreativ zu betätigen. Gesagt, getan!

Vielleicht könnte ich an meiner zweiten CD herumbasteln, ja ihr lest richtig, meine zweite CD, eine befindet sich bereits seit knapp zwanzig Jahren in meiner Sammlung. Bin echt stolz darauf, wenngleich auch die Qualität der damaligen Aufnahmemöglichkeiten zu wünschen übrig lässt, naja ein Hacken, ein Kratzen, ein Brummen zwischendurch ist schon mal drin. Okay, das mach ich jetzt!

Das Keyboard (Technics KN550) steht auch nur knapp drei Meter entfernt, gut, brauche ich nur abdecken und los gehts…..Abermals blicke ich auf die Zeiger der Küchenuhr……oder…..genau, ich könnte auch wieder einmal etwas Malen, habe ich auch schon länger nicht; Keilrahmen habe ich noch, auch die meisten (wichtigsten) Acrylfarbentuben sollten noch einen Inhalt aufweisen. Aber was könnte ich malen, irgendwas mit Wasser….Wasser ist immer gut, mit einer Bucht, Sand, Gebüsch, Holzzaun, ein wenig verwildert, klingt toll…..vielleicht aber auch einen Trampelpfad inmitten einer wildwüchsigen Sommerblumenwiese, rechterhand den Beginn eines Waldes erahnen können, mittig bis links die Morgendämmerung, ja, klingt auch nicht schlecht…….aber jetzt den nötigen Platz für den Rahmen am Tisch schaffen, oder gar die Staffelei wieder hervorkramen, ich weiss nicht……..oder, ich könnte wieder einmal an meinem Roman weiterschreiben…..genau, das mach ich!

Meinen Roman habe ich „Helios“ benannt und spielt auf der wundervollen griechischen Insel Karpathos, die Hauptfigur „Antonis“ hat eventuell ein wenig von mir….auf jeden Fall hänge ich seit Ewigkeiten auf der vermeintlichen Buchseite zweiundvierzig! So, jetzt müsste ich mich nur noch aufrappeln, das Zimmer wechseln, mich vor den Laptop setzen (den ich vorher erst mal mühsam hochfahren muss) und zu überlegen beginnen…….wie und vor Allem warum kommt jetzt „Eleftheria“ von Athen nach Loutro ?!

Ich liege nach wie vor still und unmotiviert, aber doch angespannt und hochkonzentriert auf der heimeligen Couch, starre auf die Zeiger der Uhr, zuerst auf den Sekunden- dann auf den Minuten- und zuguterletzt auf den Stundenzeiger…….der Tag ist um!

Ausgelaugt und schläfrig taumle ich ins Schlafzimmer, lege mich aufs Bett und denke an all die Dinge, die ich für meine Nachwelt nicht verwirklicht habe……

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