Abschalten….das kann er nicht bloß einfach so, nein, da muß für ihn auch das erforderliche Umfeld passen.
Zurückgezogen oder nicht, versteckt, einsam in einem Hinterzimmer, abgeschottet von der Aussenwelt, das alleine vermag ihm nicht dabei zu helfen!
Um sich herum benötigt er auf jedem Fall ausreichend naturbelassene Örtlichkeiten, mag durchaus städtisches Gebiet sein, Hauptsache es liegt abseits genug von Trubel, Hektik, Lärm, Abgase sowie zahllosen Physiognomien.
Am Liebsten packt er sich früh morgens, lange vor Dämmerung, zusammen und fährt Richtung Südwest drauf los, um nach einiger Zeit, nachdem er bereits die Hügellandschaft nicht nur erreicht, sondern bereits hinter sich lässt, an seinem Ziel angekommen ist…..die Rax!
Seit seiner Kindheit mit Abstand sein Lieblingsberg und seit Jahren der Ort schlechthin, an dem er anstandslos in sich gehen kann.
Ausgangspunkt: Preiner Gschaid. Knapp über eintausend Metern Seehöhe liegend, beginnt hier für ihn sein Monolog!
Kurz nach der Morgendämmerung geht er los, die Wiesen, noch etwas angefeuchtet von letzter Nacht, dampfen glitzernd im Sonnenlicht. Die Luft, die er atmet, schmeckt jungfräulich und klar und obwohl hier anfangs gleich der am längsten steile Abschnitt auf seiner Wanderung zu überwinden ist, fühlt er sich trotz der körperlichen Anstrengung, bereits sehr ausgeglichen.
Spätestens nach einer knappen Stunde Gehzeit, wenn er über die Latschenkieferhöhe hinweg das Plateau auf seinem Berg erreicht, ist für ihn seine Welt wieder heil, nichts und niemand kann ihm auch nur irgendwas anhaben; Er ist ganz für sich.
Frei von Gedanken, lässt er sich lange Zeit auf einem Felsvorsprung nieder und geniesst das Panorama, die Rundumsicht, die ihm dort geboten wird. Minutenlang, schier regungslos, ohne mit der Wimper zu zucken, betrachtet er die wundervolle Momentaufnahme, die er sich dermaßen einprägt, dass absolut nichts Anderes in seinen Gehirnwindungen Platz findet.
Für diesen Augenblick schafft er es, seine Sorgen und Ängste, die im Alltag seine ständigen Begleiter sind, aus dem Weg zu räumen. Für diesen Augenblick legt er den Schalter um.
Nichts hält ewig!
Nach gefühlten Stunden ist ihm klar, dass es Zeit wird, seinen heimeligen Zufluchtsort zu verlassen und sich am Retourweg im Geiste wieder schön langsam auf die bestimmenden Dinge des Lebens, wie Trubel, Hektik, Lärm, Abgase sowie zahllose Physiognomien, einzustellen.
Zurückgekehrt am Preiner Gschaid, dreht er sich noch einmal um, prägt sich diesen Anblick ein letztes Mal ein, atmet ganz tief durch und denkt sich…..
……“ich komme sicher bald wieder!“