Tage der Begeisterung, Tage der Hoffnung, Tage und Nächte des Wartens und des Wohlbefindens durchzuckten ihn, …Unsicherheit und dennoch Gefühle des Glücklichseins und der Wärme, der Zufriedenheit und der Geborgenheit fühlte er,…jedes Mal, wenn sie ihm schrieb. Darf es denn wirklich sein ? Darf sowas wirklich geschehen ?
Es sind Worte des sich Anbahnendem, sind Buchstaben, die sich sich zu Wörter und Sätze einer Behaglichkeit gleich, formen…., sie lässt ihn fühlen, noch am Leben zu sein.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Art des Verstehens, des Mitgefühls, die seine Denkweise zu Grund und Boden stampfen lässt.
Er hatte sich aufgegeben. Hauptsache leben, war seine Devise. Das „Wie“ war ihm schon lange egal…irgendwie über die Runden kommen, das stand an erster Stelle.
Nach dem Schreiben folgte das Telefonieren…er lauschte ihrer Stimme, versuchte diese, den Bildern, die er von ihr in seinem Kopf hatte, zuzuordnen….er fühlte sich dabei wohlig und warm, wie neugeboren, als hätte jemand seinen Schalter der Gefühle auf positiv gestellt. Aber Zeitgleich kam auch der Gedanke, nein, eigentlich nicht der Gedanke, eher die Angst davor auf, sich näher,…sich persönlich kennen zu lernen. Worte, Sprache, Bilder,….die Vorstellung des jeweils Anderen, verglichen damit, ihn vor sich zu haben, sind zwei Paar Schuhe…..oft auch Jacke wie Hose.
Er hatte mächtig Angst davor, dass sie ihn nach ihrem ersten Treffen gleich wieder fallen lässt. So schnell wieder fallen lässt, so schnell sie ihn aufgerichtet hatte.
Es waren angenehme Stunden, die sie gemeinsam verbrachten…nette, auch sehr intime Gespräche, die sie führten. Blickkontakte, die ihn irritierten, nervös, distanziert und zeitgleich zugeneigt machten. Er wollte sie so gerne, aber er konnte und durfte es nicht zulassen. Nicht in dieser Situation. „Nimm sie doch endlich in den Arm“, dachte er sich unentwegt, „beginne sie zu spüren,…lass es zu“.
Er ließ es nicht zu. „Bitte mach du den ersten Schritt, wenn ich schon nicht in der Lage dazu bin“, hämmerte es durch seinen Kopf. Die Zeit verging. Es wurde spät.
Ungewohnt ruhig und schweigsam saßen sie nebeneinander im Auto, während er sie nach Hause fuhr. Ihm war warm und sehr behaglich zumute, weil er immer noch Zeit mit ihr verbringen konnte.
Angelangt und eingeparkt stiegen beide aus dem Fahrzeug und genehmigten sich noch eine Zigarette….sinnierten kurz und qualmten diese. Es war abends und mittlerweile recht kühl, als sie ihre Kippe an den Straßenrand schnippte und er die seine „artgerecht“ in ein dafür vorgesehenes Behältnis entsorgte.
Sie blickten sich tief in ihre Augen.
„Ach komm her“, sagte sie zu ihm, ging zwei Schritte auf ihn zu und schloss ihn in ihre Arme. Er bewegte seine müden Hände, tastete damit an ihren Hüften entlang zu ihrem Rücken, fasste ihn und hielt ihn fest. Ganz fest. Für Sekundenbruchteile schließt er seine Augen, vergräbt dabei sein Gesicht im Kragen ihrer Jacke,.. um sie zu riechen, um sie einzuatmen …..fühlt Geborgenheit, fühlt Wärme, Nähe, Wohlbehagen, fühlt Zufriedenheit…. und wünscht sich, dass es….
…eine Umarmung auf ewig sei.